4.bester Nachwuchskoch Deutschlands, Fabian Krumnow

Ein Bericht von Fabian Krumnow:

Vom Unerfahrenen Azubi zum 4.besten Nachwuchskoch aus Deutschland

Alles hat in der Schule angefangen, als Frau Kauschitz mich fragte, ob ich Lust hätte an der Hupfer Münsterland Gabel teilzunehmen. Da ich durch meine Verkürzte Lehrzeit die Möglichkeit bekam, dort teilzunehmen, obwohl ich erst im zweiten Lehrjahr war, habe ich mich für den Vorentscheid angemeldet. Dafür musste ich sehr viel Zeit investieren, da ich den kompletten Theorieteil des dritten Lehrjahres vorlernen bzw. aufholen musste. Meine Lehrerin unterstütze mich dabei so gut sie konnte. Am Tag des Vorentscheids war ich neben meiner Nervosität auch etwas angeschlagen und nicht wirklich fit. Dennoch reichte es im Nachhinein, um sich für den Wettbewerb zu qualifizieren. Für mich war der Vorentscheid meine erste Prüfungssituation überhaupt, da ich meine Zwischenprüfung im Vergleich zu den anderen Teilnehmern noch nicht absolviert hatte. Dazu kam, dass ich zu dem Zeitpunkt grade erst 2 Wochen auf einem warmen Posten eingeteilt war, da die Anfangszeit meiner Ausbildung von einem halben Jahr Gardemanger, drei Monaten Service und einem weiteren halben Jahr Patisserie geprägt war. Demnach fühlte ich mich noch ziemlich unsicher und deutlich im Nachteil den anderen Gegenüber.

Als es dann aber zur Qualifikation für den Wettbewerb reichte, bekam ich vollste Unterstützung und Aufmerksamkeit seitens meines Ausbildungsbetriebs. Ich erstellte mit meinem Küchenchef mein Menü und begann es so oft wie möglich zu üben. Dafür investierte ich jede Woche einen freien Tag und kam nach der Schule jedes Mal nochmal in den Betrieb, um Bestandteile des Menüs zu kochen. Dies war eine sehr intensive Zeit für mich, da ich innerhalb kürzester Zeit lernen musste, Lebensmittel zu garen und zuzubereiten. An normalen Arbeitstagen blieb ich nach Feierabend noch eine Stunde länger und kochte eine Komponente des Menüs. Als ich dann letztendlich alle Komponenten beherrschte, bekam ich im Betrieb die Möglichkeit, einen Tag pro Woche den kompletten Ablauf des Menüs zu üben. Auch hierfür stellte mir das SportSchloss Velen alle Waren zur Verfügung. Meinen freien Tag nutzte ich ebenfalls, um den kompletten Ablauf zu festigen und zu optimieren. Mein Küchenchef Simon Ernst bewertete oftmals meine Ergebnisse und gab mir Verbesserungsvorschläge jeglicher Art. Als es dann soweit war, trat ich mit bester Vorbereitung und ausreichender Ausrüstung aus meinem Betrieb, zum Wettbewerb an. Bei der Siegerehrung war ich von positiven und negativen Gefühlen hin und her gerissen, da ich einerseits alles so auf den Teller bringen konnte, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber andererseits die Konkurrenz in meinen Augen auch sehr gut war. Schließlich hat es dann für den 1.Platz gereicht, das bedeutete, dass ich der beste Nachwuchskoch aus dem Münsterland wurde. Meine Freude hätte nicht größer sein können, dennoch hatte ich wenig Zeit dieses Gefühl zu genießen, da eine Woche später die Zwischenprüfung zu absolvieren war und danach auch schon die nächste Runde vor mir Stand. Kurze Zeit später sollte es dann nämlich nach Dortmund gehen, für den Vorentscheid des Rudolph Achenbach Pokals. Da diesmal aber der Warenkorb erst am Wettkampftag bekannt gegeben wurde, musste ich mich dafür besonders intensiv vorbereiten. Dafür stand mir der Köcheclub Münsterland mit Janine Alfers bei und übte mit mir in der Schule alles Mögliche. Auch Frau Kauschitz unterstütze mich weiterhin in der Theorie so gut es ging. Um auf alles Vorbereitet zu sein, übte ich nicht nur in der Schule mit Janine, sondern auch weiterhin im SportSchloss Velen mit meinem Chef. Hierfür erstellten wir ein Grundgerüst für mein Menü. Somit wusste ich genau, was ich auf dem Wettbewerb kochen werde, nur wusste ich noch nicht aus welchen Waren. Also übte ich im Betrieb immer wieder das gleiche Grundgerüst, aber immer wieder mit anderen Waren und in der Schule also alles Mögliche. Janine zeigte mir, was man beispielsweise mit Fleisch alles machen kann, wie man eine Terrine herstellt usw. In der letzten Woche vor dem Wettbewerb bekam ich wieder die Möglichkeit im Betrieb jeden Tag den Ablauf zu üben. Dafür stand ich teilweise bis 2 Uhr nachts noch in der Küche und habe meine Ergebnisse dann meinem Chef übers Handy zugeschickt. Den Morgen drauf musste ich wieder um 8:30 Uhr in der Schule sein, um dort zu üben und danach ging es wieder direkt in den Betrieb, um nochmal zu üben. Viel Zeit für privates blieb dabei natürlich nicht. Als es dann soweit war, fuhr ich mit Janine nach Dortmund, wo wir dann am Abend schonmal mit den anderen Teilnehmern zusammen saßen und uns austauschen konnten. Am darauffolgenden Tag ging es dann um den Titel des besten Nachwuchskochs aus NRW. Auch diesen Titel konnte ich für mich gewinnen, obwohl einiges in meinem Ablauf an diesem Tag nicht geklappt hat. Umso größer war die Freude und die Überraschung für mich. Nach dem Wettbewerb hatte ich sofort eine Woche Urlaub, um mich auch mal wieder meiner Freundin zu widmen und nochmal Kraft für die Endrunde zu tanken. Das Finale stand vor der Tür und diesmal hatte ich leider kaum Zeit, mich intensiv vorzubereiten, da ich nach meinem Urlaub direkt eine Woche in Hamburg im Jelly Fish war, um dort ein Praktikum zu machen. Dort habe ich sehr viel gelernt und eine super Zeit verbracht, doch die Anspannung wuchs, je näher das Finale rückte. Die Woche drauf, war ich für eine Woche in Kerpen bei Julia Komp, welche mir ebenfalls viel zeigte und beigebracht hat. Diese zwei Wochen waren eine Bereicherung für mich und meine Ausbildung doch ich wusste, dass mir nur noch eine Woche blieb, um mich auf den Wettbewerb vorzubereiten. In dieser Woche war aber alles anders als gewohnt. Mein Küchenchef war im Urlaub, und im SportSchloss war so viel Betrieb, dass kein Platz war um zu üben. Also entschied ich mich dazu, jeden Morgen um 6 Uhr mein Menü zu kochen, sodass ich rechtzeitig fertig war und das normale Geschäft nicht gestört wurde. Mein Küchenchef opferte seine Freizeit, um mit mir telefonisch über mein Grundgerüst zu reden und mir weitere Tipps zu geben. Der letzte Tag vor der Abreise nach Frankfurt war für mich der Anstrengendste, da ich nach dem Kochen des Menüs und des Säuberns der Küche noch alles zusammenpacken musste und ich letztendlich auf einen 15- Stunden- Tag kam. Dann ging es für mich am nächsten Tag mit Janine nach Frankfurt für die letzte Runde. Hierfür hatte sie mir einige Utensilien zur Verfügung gestellt und mir nochmals Mut zugesprochen. Nach Ankunft lernte ich die anderen Teilnehmer kennen und absolvierte den Theorieteil und die Warenerkennung. Am Abend hatten wir alle die Möglichkeit uns etwas besser kennenzulernen und lernten gleichzeitig die Firma Achenbach kennen. Am nächsten Tag war dann das Kochen mit den Waren, die uns dort zur Verfügung standen. Nicht alles lief perfekt, aber im Nachhinein war ich froh und stolz, alles geschafft zu haben. Für den Sieg hat es diesmal dann nicht gereicht, da die Konkurrenz beeindruckend stark war, aber im Endeffekt ging ich als Gewinner nach Hause. Am Tag darauf waren Nochmal alle Teilnehmer im ZDF-Fernsehgarten eingeladen, wo wir einen Auftritt zusammen hatten.

Reich an Erfahrungen, neuen Kontakten und einigen Preisen, kann man abschließend sagen, dass das vergangene halbe Jahr meiner Ausbildung unfassbar gut tat und ich für mich herausgefunden habe, welchen Weg ich mal gehen werde. Es war gewiss keine einfache Zeit für mich, aber eine sehr lehrreiche Zeit, die sich definitiv gelohnt hat. Der nächste Wettbewerb kommt bestimmt…

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